EX-IN Genesungsbegleiter Ausbildung
EX-IN Genesungsbegleiter Ausbildung 

Dorothea Buck

Dorothea Buck schickte uns für die EX-IN TeilnehmerInnen folgende Ermutigung auf den Anrufbeantworter Originalton Youtubefilm siehe oben:

 


Liebe Ex-Inler,
ich freue mich sehr, dass Sie sich zur Ex-In-Fortbildung als Genesungshelfende entschlossen haben.
Auf diese Weise werden Sie allmählich die Psychiatrie zu einer auf unseren Erfahrungen gründenden Erfahrenswissenschaft umwandeln können.
 
Bisher war und ist sie eine auf den Beobachtungen und Mutmaßungen der Psychiater basierende Un-Wissenschaft.

Unsere Psychiater wollen Mediziner sein.
 
Das sind sie auch ihrer Ausbildung nach, aber unsere seelischen Erfahrungen sind mehr als eine erbliche Hirnstoffwechselstörung.

Dieses psychiatrische Modell hat viel Unglück und Ausgrenzung verursacht.

Im Ns Regime von 1933-1945 hat es allein 220.000 deutschen Anstaltspatienten das Leben gekostet.
Und 350.000 bis 400.000 Zwangssterilisierte lebenslang als minderwertig abgestempelt.

Eine von ihnen bin ich. 

Ebenso wenig wie ich, dürfen Sie sich entmutigen lassen.

Eine gute Zusammenarbeit wünsche ich Ihnen,
 
Ihre Dorothea Buck
 

Besuchen Sie auch die Website www.himmelundmehr.de “Dorothea Buck auf der Spur”, Film von Alexandra Pohlmeier. Dorothea Buck ist ehrenvorsitzende des BPE und inzwischen, wie sie Gudrun Tönnes berichtete in Hamburg zur Ehren-EX-INlerin ernannt worden.

 



Foto von Dorothea Buck von Ursula Müller
 

Dorothea Buck zu ihrer Hoffnung, dass EX-IN auch zum besseren Psychoseverständnis führt.
 

Gudrun Tönnes: Dorothea, welche Chancen siehst Du grundsätzlich in EX-IN?
 

Dorothea Buck:
Da nun endlich die Erfahrungen von uns Betroffenen gehört und ernst genommen werden, hoffe ich auf die längst fällige Entwicklung unserer deutschen Psychiatrie zu einer auf unseren Erfahrungen gründenden Erfahrungs-Wissenschaft.
Bisher fehlt eine Forschung unserer Psychose–Erfahrungen.

Ohne das veränderte Erleben in der Psychose zu kennen, muss sie vor allem den Psychose-Unerfahrenen Profis unverständlich bleiben. Obwohl es immer einzelnen Psychiater gab, die sich für das Psychose-Erleben interessierten.

Z.B. schrieb ernst  Kretschmer (1888-1064): „Wer öfters Gelegenheit hat, etwa akute Schizophrenien in den Anfangsstadien ihrer Krankheit mit innerem Verständnis zu beobachten, der wird manchmal staunen über die alle Begriffe übersteigende Gewalt-, Fülle und kosmische Spannung des Erlebens, das plötzlich über einen solchen einfachen Menschen herein bricht, um alsbald wieder zu verlöschen ... Mikrokosmos und Makrokosmos spielen wie in der Mystik beständig ineinander, überall ist Bezug …“.

Dorothea Buck: Mein Verständnis der Psychose ist ähnlich: Als verändertes Weltgefühl sonst nicht gespürter Sinnzusammenhänge, aus dem die bekannten „Beziehungs- und Bedeutungsideen” resultieren, ist diese Veränderung des Erlebens in der Psychose vielen betroffenen bekannt.
Ich nannte es „Zentralerleben“, weil alle Bereiche des Lebens von einer gemeinsamen Mitte auszugehen schienen.

Schon an diesem veränderten Weltgefühl, das  mir der Wahrheit näher schien, als unser normales Weltgefühl, erkannte ich den Ausbruch meiner vier auf die erste folgenden Psychosen.
Es wäre aber viel zu anstrengend, ständig so zu leben.
Zur Alltagsbewältigung ist unser normales „dickes Fell“ leider notwendig.

Solche gemeinsamen Erfahrungen verbinden uns Psychotiker miteinander, obwohl ich seit 50 Jahren keine Psychose mehr erlebte.

Den Grund für diese Psychose-Abwesenheit (ich spreche nicht von Heilung, weil ich krankheitsuneinsichtig bin) sehe ich in der Einbeziehung insbesondere der in allen meinen fünf Schüben aufgebrochenen inneren Impulsen in mein normales Leben, damit sich gar nichts stauen kann.
Ich lebe und handle also immer aus diesen Impulsen oder der inneren, nicht gehörten Stimme. Manche hören sie ja auch.

Mit der sofortigen wo möglich zwangsweise medikamentösen Behandlung der Psychosen lassen sich wohl mit Sicherheit keine Heilungen erreichen.

Psychosen haben ja einen S I N N, den unsere Biologisten unter den Psychiatern nicht gelten lassen wollen. Um den zu erkennen müssten sie eingehende Gespräche mit ihren PatentInnen führen.
Das tun sie als Mediziner nicht.

Gudrun Tönnes: Dorothea, was sagst Du dazu, dass der erste selbstständige EX-IN Kurs bundesweit von vier psychiatrieerfahrenen Menschen, von denen eine Profi ist, durchgeführt wird? Und was gibst Du uns mit auf den Weg?
 

Dorothea Buck:
Ihr habt die Chance, alle Veränderungen des Erlebens vor allem durch die Psychosen zusammenzutragen und welche bekannten Symptome sich aus ihnen ergeben.
Das würde ich bei allen so genannten „Krankheitsbildern“ machen um Distanz zum eigenen Erleben zu gewinnen. Jeder wäre also sein eigenes Forschungsobjekt.
Ich würde richtige Listen von all diesen Veränderungen des Erlebens und der sich aus Ihnen ergebenden Symptomen anlegen. Ihr seid die fünf Forschenden und seht euch selbst mit diesem Forscherblick.
 
Manche Psychiater fragen ihre PatientInnen nach ihrem Erleben. Von einem engl. Psychiater namens Wright hörte ich, dass er „das zentrale schizophrene Syndrom im Gefühl der ‚Eingebungen‘” sähe.
Das scheint auch mir eine zentrale Veränderung in der Psychose zu sein.

Wenn man denn aus allen diesen Veränderungen des Erlebens und der aus ihnen resultierenden Symptomen einen für sie verantwortlichen seelischen Vorgang erkennt, der mehr im Aufbruch des eigenen Unterbewussten ins Bewusstsein zu liegen scheint, um eine vorausgegangene Lebenskrise zu lösen, die wir mit unseren bewussten Kräften nicht lösen konnten, wird man auf die Parallelen zu unseren Wachträumen stoßen: Die Symbole, die Identifikationen im Traum und in der Psychose.
Manche Psychiater fragen ihre Patienten gleich, ob sie glaubten Jesus zu sein.
 
Im Nachttraum identifizieren wir uns auch mit den darin auftretenden Personen. Der nächste Schritt könnte dann die Verschiebung unserer Psychosen auf die Traumebene sein, um sich den S I N N unserer Psychosen zu halten, nur ihre objektive Wirklichkeit nicht.
Denn die Krankheit scheint mir darin zu liegen, dass wir unsere Psychosen für Realität halten. Würden wir sie von vornherein auf der Traumebene erkennen, wären wir nicht krank.

Herzlichen Dank an Dorothea Buck.

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