Als Grundlage für die Finanzierung der Weiterbildung dient die Zertifizierung nach AZAV, die LebensART das Vorgängerunternehmen der LebensART Weiterbildung gGmbH seit 2013 vorweisen kann.
Die gGmbH ist ebenfalls nach AZAV zertifiziert, ebenso die Maßnahme EX-IN (Experienced-Involvement) Genesungsbegleiter/in.
Zum Rezertifizierungsverfahren gehört auch regelmäßig der Nachweis der Wirschaftlichkeit der Weiterbildung, der Leistungsfähigkeit des Trägers, sowie die Prüfung der Vermittlung in Arbeit.
Zudem legen wir regelmäßig unser fundiertes Bewerbungsverfahren offen. In diesem Bewerbungsverfahren wird die Eignung der Teilnehmenden für das besondere Berufsfeld der Genesungsbegleitenden geprüft.
Die Weiterbildung ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die Erfahrungen mit psychiatrischen Diagnosen und deren Bewältigung haben.
Durch die Weiterbildung und in der Arbeit als Genesungsbegleitende können Menschen, die ihre Krisen-(Vor)Erfahrung in anderen Berufen verstecken mussten, deswegen den Beruf verloren haben, die
Erfahrung, wegen der sie auch zum Teil als schwer vermittelbar gelten, zu einem Gewinn machen. Von den in der Weiterbildung reflektierten Erfahrungen profitieren sowohl betroffene Menschen als auch
die Teams in den psychosozialen Einrichtungen.
Wir erstellen diese Seite, um es den Weiterbildung interessierten Personen zu erleichtern, den gängigen Argumenten der Arbeitsagenturen und Jobcentern zu begegnen. Zudem ist es uns ein Anliegen,
die verantwortlichen Entscheider aufzuklären. Damit es leichter fällt, die Finanzierung für die im Verhältnis zu ihren Kosten sehr wirkungsvolle Maßnahme zu bewilligen. Wir hoffen, dass die
Informationen sowohl für Mitarbeitende der Jobcenter und Arbeitsagenturen als auch für an der Weiterbildung interessierte Menschen hilfreich sein können.
Wir listen hier gängige Argumente gegen die Finanzierung auf und weisen auf Hemmnisse hin, die Interessierten begegnen.
Erfolgsgeschichte einer Absolventin des 15. EX-IN Kurses Münster
Ich erkrankte schon im Jugendalter an Depressionen, dennoch absolvierte ich 2 Ausbildungen. Zuerst Augenoptikerin, dann als Erzieherin. Mit Anfang 30 bekam ich dann gesagt, dass ich aufgrund meiner Bipolaren Störung nicht mehr als Erzieherin arbeiten dürfte.
Während einer schweren Krise 2022 lernte ich eine EX-IN Genesungsbegleitung kennen. Diese vermittelte mir Mut. Ich wollte ebenso wie diese Genesungsbegleitung, Menschen in schweren Krisen helfen.
Um meine Struktur beizubehalten, ging ich zur Arbeitstherapie in Düsseldorf und Langenfeld. Währenddessen endete mein Krankengeldbezug und ich rutschte ins
Arbeitslosengeld 1. Mit dem klaren Wunsch vor Augen, ebenso Genesungsbegleitung zu werden, ging ich dann zur Arbeitsagentur: Ich solle erst nach langer Krankheitsphase, die ich bereits hinter mir
hatte, eine Maßnahme zur Belastungserprobung machen. Gesagt getan. Bereits Anfang Januar 2024 startete ich meine Belastungserprobung. Hier merkte ich schnell, dass ich nicht so belastbar war, wie ich
mir das gewünscht hatte. Ich stockte von Vollzeit auf Teilzeit um und absolvierte die Maßnahme inklusive Praktika beim VPD Langenfeld. Mir gefiel das Tätigkeitsfeld sehr gut und wollte weiterhin
Genesungsbegleiterin werden. Das sahen die Dozenten allerdings anders und meinten: Sie würden mich als Orthopädieschuhmacher sehen… worin ich mich überhaupt nicht sah.
Da mir das Praktikum beim VPD sehr gut gefiel und es mir Struktur gab, arbeitete ich weiterhin auf 15 Stunden ehrenamtlich dort. Mittlerweile war ich auch im Bürgergeld-Bezug angekommen. Mitte 2024
bekam ich dann die Nachricht von LebensArt, dass es im Dezember 2024 einen neuen Kurs in Münster geben würde. Umgehend bewarb ich mich dort und bekam überraschenderweise eine Zusage. Nun brauchte ich
noch dringend den benötigten Bildungsgutschein.
Nach langem Warten und Vertrösten des Amtes hatte ich dann Anfang Oktober endlich ein Gespräch mit dem Amt. Und auch hier wollte man mich wieder vertrösten. Zusammen mit meiner BEWO-Betreuerin
erkämpfte ich mir einen Bildungsgutschein, was zwar lange gedauert hat, mir aber endlich Hoffnung auf Teilhabe am Arbeitsleben verschaffte. Von Dezember 2024 bis November 2025 begab ich mich also auf
eine Reise, meiner Erkrankung und wurde belohnt. Ich wurde Stück für Stück offener und lernte mich von einer ganz neuen Seite kennen. Ich absolvierte zwei Praktika (beim PTV und in der KJP Hilden)
und gegen Ende der Fortbildung bewarb ich mich beim PTV. Dort bekam ich sogar eine Anstellung in der Tagesklinik. EX-IN hat mich persönlich, mental und beruflich weitergebracht und dafür bin ich
LebensArt sehr dankbar.
Erfolgsgeschichte eines Absolventen des 1. EX-IN Kurses Münster
Von der Krise zum Glück.
Im Alter von 15 Jahren bis 24 Jahren sind bei uns in der Familie einige für mich wichtige Menschen gestorben, mein Bruder durch Suizid, einige durch Krebs und anderen Erkrankungen. In mir kam dadurch ein Gefühl auf, dass ich nun die Verantwortung übernehmen muss und dass ich nun Karriere machen muss und dass ich eine Partnerin finde, mit der ich Kinder kriege und ein Haus baue. Ich konnte dann auch noch recht erfolgreich meinen Malermeister machen und einen Techniker für Architektur und Raumgestaltung, aber ich war danach beruflich nicht mehr erfolgreich und bin in den Firmen, wo ich anfing, nicht erfolgreich gewesen. Hinzu kam, dass ich mich einsam fühlte. Ich bin dann in eine WG gezogen; ich dachte, ich komme dort zu neuen Ideen und lerne neue Menschen kennen, ich bin in dieser WG aber auch mit Drogen in Kontakt gekommen und habe mit Cannabis herum experimentiert. Durch die WG habe ich aber auch Kontakte zum Rockermilieu geknüpft und habe angefangen im Nachtleben als Parkplatzwächter, Gläsersammler oder so zu arbeiten. Durch einen anderen Freund aus der Kunstszene bin ich dann noch mit den Freimaurern in Kontakt gekommen, wo ich dann auch regelmäßig hin bin.
Bei mir entwickelte sich aber dann immer mehr eine Psychose und ich hatte Wahngedanken, dachte der Geheimdienst ist hinter mir her und meine Post wird kontrolliert, das Telefon abgehört, Nachbarn beobachten mich, usw. ; ich habe an meinem Körper einen Krebsgeruch wahrgenommen und dachte ich lebe nun nicht mehr lange, habe geheime Botschaften auf Plakaten und im Radio entziffert, dann fing ich an, komische Briefe an die Behörden zu schreiben, die dazu führten, dass ich keine Zahlungen mehr bekam und ohne Geld da stand; erst dann bin ich endlich in die Psychiatrie und habe mir helfen lassen.
Nachdem ich wieder in einer eigenen Wohnung war, habe ich ca. 1 Jahr fast nur im Bett verbracht und habe Fernsehen geschaut, nur das Nötigste habe ich gemacht. Dann kam ich in eine Phase, wo ich herausfinden wollte, ob ich noch zu irgendetwas zu gebrauchen bin und habe mich für ein Ehrenamt gemeldet bei der AWO; dort habe ich dann mit geistig Behinderten einmal in der Woche gemalt. Dann las ich in der Zeitung, dass sich eine Gruppe für Einsame neu gründet, meine Freunde waren alle weg, also bin ich dort mal hingegangen, aber es war noch nicht das Richtige für mich, also habe ich mich auf die Suche nach anderen Gruppen gemacht und bin dabei auf den KLuW e.V. (Konstantes Lernen und Wachsen) gestoßen, dort gab es einen Psychosegesprächskreis, wo ich auf Menschen gestoßen bin, denen es so geht wie mir, ich konnte mich aber auch noch weiter im Verein einbringen, habe eine Malgruppe ins Leben gerufen, war an verschieden Projekten beteiligt, habe eine Kindermalgruppe angeboten. Durch den Verein konnte ich wieder Kraft und Mut finden, die mich dazu ermuntert haben, noch einmal eine Ausbildung zum Kunsttherapeuten zu machen und war dafür 3 Jahre an der Werkstatt für Kunst und Therapie in Münster. Danach habe ich erfahren, dass es die Ausbildung zum Genesungsbegleiter gibt und habe dort auch noch einmal 1 Jahr verbracht. Erst dann bin ich beruflich wieder aktiv geworden, und habe angefangen in Wohnheimen von Bethel zu arbeiten, hatte dort aber immer nur einen Honorarvertrag, nach einiger Zeit kam dann das Angebot beim LWL in Herten tätig zu werden, dort bekam ich endlich einen festen Vertrag und war dort 8 Jahre lang tätig, habe eine Malgruppe angeboten, Kunstaktionen mit Patienten gemacht, Bürgerfunk im Radio und andere Gruppen und Angebote (Busfahrtraining, Miliuetraining, Einkaufstraining, Psychoedukation, Einzelgespräche, Gruppemgespräche, Begleitung zu Äzten oder Behörden, Verückt? Na und! Schultage, Vorträge, Workshops,...). Heute arbeite ich beim Sozialpsychiatrischen Dienst beim Gesundheitsamt in Dortmund und bin dort sehr glücklich, auch dort gibt es eine Malgruppe und ich mache Radio mit den Klienten, Freizeitgestaltung und dort, wo Hilfe nötig ist.
Erfolgsgeschichte einer Absolventin des 4. EX-IN Kurses Essen
Die Genesungsbegleiterausbildung hat mich persönlich bereichert und mir Mut gemacht, meinen ganz eigenen Weg ohne Scham für meine psychischen Erkrankungen weiterzugehen.
Eigentlich wollte ich nach dem Schulabschluss gerne Lehrerin werden und startete dann auch motiviert ins erste Semester. Leider verschlechterten sich meine - seit dem Jugendalter bestehenden, aber damals noch undiagnostizierten - psychischen Erkrankungen nach den ersten Monaten so stark, dass ich mehrere Semester aussetzen musste und schließlich der Überzeugung war, zu krank für meinen Wunschberuf zu sein.
Nachdem es mir etwas besser ging, startete ich deswegen
einen zweiten Versuch in einem anderen Studiengang. Dieser machte mir Spaß, ich erzielte gute Ergebnisse und jobbte nebenher. Doch wegen der weiterhin bestehenden Erkrankungen zog sich das Studium in die Länge. Nach dem Bachelorabschluss ging es mir dann einige Jahre
recht gut und ich wollte gerne mit dem Masterstudium weitermachen.
Doch aufgrund verschiedener Faktoren erlitt ich mehrere Rückfälle. In dieser Zeit fühlte ich mich zunehmend verzweifelt und wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Eigentlich wollte ich gerne meinen Master zu Ende machen. Aber mir fehlte die Kraft dazu.
Zufällig erfuhr ich von der Genesungsbegleiterausbildung und war direkt Feuer und Flamme. Andere Menschen mit meinem Erfahrungsschatz zu unterstützen, den eigenen schwierigen Lebenserfahrungen somit einen Sinn zu geben und sich gleichzeitig gegen die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen einzusetzen - das kam mir sehr sinnvoll vor. Nach einigem Grübeln nahm ich meinen Mut zusammen und bewarb mich für die Ausbildung. Ich freute mich sehr, als ich eine Zusage bekam und das Jobcenter sich bereit erklärte, mir die Ausbildung via Bildungsgutschein zu finanzieren. Denn allein wäre mir das zum damaligen Zeitpunkt nicht möglich gewesen.
In der Ausbildung durfte ich viel aus den Lebensgeschichten meiner Mitschüler lernen, verstand auch mich selbst und meine eigene Lebensgeschichte immer besser und gewann neue Perspektiven auf die Themen Gesundheit - Krank Sein - Selbstermächtigung. Etwas ein Jahr war ich nach dem Abschluss als Genesungbegleiterin in einer Klinik angestellt und durfte verschiedenen Menschen in dieser Zeit Mut machen.
Doch auch mir selbst hat die Ausbildung Mut gemacht: Inzwischen bin ich seit mehreren Jahren stabil, habe eine Zusatzqualifikation im Pädagogikbereich absolviert und arbeite als Lehrkraft in der Erwachsenenbildung. Meine Erfahrungen aus der EX-IN Ausbildung helfen mir auch dabei, denn mentale Gesundheit ist überall ein Thema, auch und manchmal vielleicht sogar ganz besonders im Klassenzimmer.
Erfolgsgeschichte eines Absolventen des 8. EX-IN Kurses Köln
Neue berufliche und persönliche Perspektive, Wiederaufbau von Selbstvertrauen, Belastbarkeit undVertrauen in die eigenen Fähigkeiten und wachsen an
sinnstiftenden und wertvollen Aufgaben.
Das Gefühl von “normalität” und die Wertschätzung von Kollegen und Vorgesetzten; nicht TROTZ sondern AUFGRUND meines Erfahrungswissens. Den eigenen nicht schönen Erfahrung dennoch einen wunderbaren
Sinn zu geben.
So oder so ähnlich würde ich es formulieren, wenn man mich danach fragen würde, aus welchen Gründen ich so dankbar bin, den Weg zum zertifizierten EX-IN
Genesungsbegleiter gegangen zu sein.
Es muss zu Anfang des Jahres 2017 gewesen sein, als ich in der Nachbesprechung zur
sozialmedizinischen Begutachtung saß. “Ich sehe genug Kriterien um für Sie die
Erwerbsminderungsrente zu befürworten; … aber wollen Sie das denn wirklich?” fragte mich die Dame über ihre Brille hinweg.
Ein ganz spontanes aber sehr konkretes “Nein” und einige Tage später, bekam ich Post vom Jobcenter. Man wolle sich nach Rückmeldung der Rentenversicherung mit mir über meine berufliche Zukunft
unterhalten. Ich weiß noch ziemlich genau, mit welchem Gefühl ich in die ersten Gespräche mit meiner sehr zugewandten und interessierten Sachbearbeiterin genagen bin.
Wir wurden uns schnell einig darüber, dass ich nicht in meinen alten Job zurück sollte. Zu groß das Potential erneut zu verheizen, etwas (wieder) nicht zu schaffen und weiter den Glauben an meine
Fähigkeiten zu verlieren. Also muss es schon am zweiten Termin nach dem Kennenlernen gewesen sein, als ich ihr die Idee EX-IN präsentierte.
Mühsam suchte ich so viele Infos wie möglich zusammen, sie bat mich im laufe der nächsten Wochen Stellenangebote herauszusuchen. Damals gab es diese quasi nicht. Ich telefonierte mit Trägern, die mir
zwar schon im Vorfeld Praktika anboten und auch die Initiativbewerbung empfahlen – jedoch nie konkreten Gesuche nach Erfahrungsexperten geschaltet hatten.
Meiner damaligen Sachbearbeiterin bin ich bis heute unendlich dankbar, dass sie trotzdem daran geglaubt, mir Zeit gegeben (bis zum offiziellen Infotermin bei Lebensart waren es noch mehrere Monate)
und mich in dieser Sache unterstützt und gefördert hat, selbst als sich später beim Antrag auf einen Bildungsgutschein die “Berufsbezeichnung” nirgend finden, oder eintragen ließ.
Natürlich ist es immer eine Frage der eigenen Bereitschaft, Motivation und Kraft - und dennoch wäre ich ohne diese Art der Unterstützung heute nicht auf diese Art zurück im Leben, so “gesund trotz
Erkrankung” und hätte all die eingangs genannten Ziele nie gesehen, gefühlt und vermutlich auch nicht erreicht.
Ich arbeite seit März 2019 mit einer unbefristeten 70% Stelle in einer psychiatrischen Tagesklinik, kann meinen Lebensunterhalt gut bestreiten und gebe mein Erfahrungswissen an
Patienten weiter, die heute an einem Punkt sind, an dem auch ich einmal war, mache Mut, zeige Möglichkeiten, Wege und bin hilfreich.
Danke, dass jemand an mich und das EX-IN Konzept geglaubt hat, noch bevor ich mich selbst so richtig davon überzeugen konnte.
Erfolgsgeschichte einer Absolventin des 9. EX-IN Kurses Münster
Erfolgsgeschichte einer Absolventin des 12. EX-IN Kurses Münster
Aufgrund meiner bereits seit der Jugend bestehenden Erkrankung (PTBS, Depressionen,
Essstörungen) war es mir lange nicht möglich, eine Ausbildung zu absolvieren (Studium
und mehrere Ausbildungen habe ich abgebrochen).
Mit Ende 20 begann ich eine Arbeit bei einem amerikanischen Dienstleister und arbeitete
mich die interne Karriereleiter hoch, bis die Krankheit erneut zuschlug und ich meine Arbeit
(mittleres Management) verlor.
Ab einem Alter von 36 Jahren war ich kaum noch in der Lage, kontinuierlich einer Tätigkeit
nachzugehen;
ich war in der Firma meines Mannes angestellt, wo ich unter Berücksichtigung meines
jeweils aktuellen Krankheitsbildes mehr oder weniger kontinuierlich arbeitete, allerdings oft
auch dort die Belastung nicht aushielt.
Mit dem Ende der Selbständigkeit meines Mannes stand ich dann -theoretisch- dem
Arbeitsmarkt zur Verfügung.
Auch hier endete eine Ausbildung und eine angestrebte Vermittelbarkeit nach wenigen
Monaten, da ich erneut akut erkrankte.
In der Folge wechselten sich Aushilfsjobs und Teilzeittätigkeiten im Niedriglohnsektor mit
Krankheitsschüben ab. Dies setzte sich auch nach meiner Stabilisierung (ab ca. 2017) so
fort. Von der Aushilfskraft im Büro, über Postzustellung, zum Regale verräumen im
Discounter zum Mindestlohn.
Was ich also selber, trotz aller eigenen Bemühungen, beobachten musste, war die
karriere- und einkommensmäßige Abwärtsspirale, die zunehmend in den freien Fall
überging.
Während der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt war dies
kaum zu ändern, aber danach bin ich aktiv geworden: Ich, zu diesem Zeitpunkt mittlerweile
52 Jahre alt, wollte eine mich erfüllende, zudem sinnstiftende Tätigkeit mit Zukunft. Die
Qualifikation zur EXIN-Genesungsbegleiterin hat mir genau das geboten.
Ich bin inzwischen beim LWL unbefristet fest angestellt und arbeite dort in Teilzeit: Ich
habe jederzeit die Möglichkeit, mein Engagement bis zur Vollzeit auszuweiten.
Ich erfülle eine sinnstiftende Tätigkeit im Sinne der Empfehlungen des Gemeinsamen
Bundesausschusses (G-BA) S.10, §9 Abs.2; S.93. Anl. 9 (Beschreibung der Kernaufgaben für Einrichtungen zur Behandlung/ Unterstützung psychisch kranker Menschen) immultiprofessionellen
Team.
In der modernen Psychiatrie sind wir Experten aus Erfahrung gefragt, denn wir sind neben
unserer Tätigkeit für die Patienten/Klienten auch direkte Ansprechpartner für Fachkräfte.
Zudem verbreitert sich unser Einsatzgebiet zunehmend. Nicht nur Kliniken, sondern auch
Beratungsstellen, Hilfsangebote wie Tageseinrichtungen, aber auch SPDi (Sozial-
psychiatrische Dienste) und viele mehr setzen uns zunehmend ein.
Ich fahre nach wie vor jeden Morgen gern zur Arbeit (wer kann das von sich sagen?) und
habe eine gesicherte Zukunft in einem steuer- und sozialabgabepflichtigen
Beschäftigungsverhältnis.
Unter EG4 im TvöD eingeordnet zu werden, ist sicherlich kein Lottogewinn, aber deutlich
besser, sicherer und berechenbarer, als Aushilfsjobs zum Mindestlohn, deren Dauer
alleine schon wegen körperlicher und mentaler Belastung nicht mal eine mittelfristige
Zukunft für Betroffene bereit halten.
Seit 3 Monaten bin ich zudem Trainerin im Trainer-Tandem für die Qualifikation zum/zur EX-IN-Genesungsbegleiter*In.
Erfolgsgeschichte einer Absolventin des 13. EX-IN Kurses Köln
Guten Tag,
gerne melde ich mich bezüglich meines beruflichen Werdegangs nach der
abgeschlossenen EX-IN-Ausbildung, die ich von Dezember 2022 bis November 2023
absolviert habe.
Schon während meiner Ausbildungszeit stieß das Berufsbild des Genesungsbegleiters
bei verschiedenen Institutionen auf großes Interesse, so dass ich mühelos zwei
Praktikumsplätze à 120 Stunden gefunden habe. Ich arbeitete in der LVR-Klinik in
Merheim und im EVK in Bergisch Gladbach auf Psychiatriestationen mit dem
Schwerpunkt Psychose.
Nach meiner Ausbildung und der Überbrückung eines Betreuungswechsels meines
Sohnes wurde ich mit einer Stundenanzahl von 19,5 im August 2024 bei der Kette e.V. fest
angestellt, die tarifvertraglich vergütet wird. Mein Projektvertrag ist verlängert worden und
ich begleite bereits das dritte Projekt ab Januar. Tatsächlich arbeitete ich auch ein Jahr
lang mit Menschen, die im Leistungsbezug des Jobcenters standen, um mit ihnen eine
Perspektive zu entwickeln, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und die Isolation zu
durchbrechen. Durch meine eigenen Erfahrungen hatte ich gute Begegnungsoptionen.
Die Ausbildung zur EX-IN-Genesungsbegleiterin hat mir persönlich sehr geholfen auf
meinem eigenen Genesungsprozess; sie ermöglicht es mir, mit dem zu arbeiten, was ich
lange als Erfahrungswissen nicht nutzen konnte. Sie hat mir Mut gemacht und mich in
eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit gelotst.
Mein Arbeitgeber und die Teilnehmenden profitieren von der Perspektiverweiterung und
meinen sonstigen erworbenen Fähigkeiten bezüglich meiner verschiedenen vorherigen
beruflichen Erfahrungen. Ich bin ein vollständiges Teammitglied und an allen Prozessen
beteiligt.
Danke LebensART
Erfolgsgeschichte eines Absolventen des 3. EX-IN Kurses Münster
Im Jahr 2013-2014 habe ich die Weiterbildung zum Genesungsbegleiter erfolgreich mit Zertifikat abgeschlossen.
Dies war mir nur mit dem Bildungsgutschein des Jobcenters möglich, da ich aus eigenen Mitteln die Weiterbildung nicht hätte finanzieren können.
Aus dem 1. Praktikumsgeber während der Weiterbildung wurde danach mein 1. Arbeitgeber, welcher mich, ohne eine Bewerbung anzufordern, eingestellt hat. Ich war dann 10 1/2 Jahre mit einem Studenanteil von 35 Wochestunden beim SKM in Lippstadt im ambulanten Betreuten Wohnen und in der Kontakt- und Beratungsstelle tätig.
Nun arbeite ich seit Januar 2025 in der Paderborner LWL-Klinik auf einer Akutaufnahmestation in Vollzeit.
In der LWL-Klinik arbeiten mittlerweile mehrere Genesungsbegleiter. Dies ist eine Bereicherung für das multiprofessionelle Team. Ebenso ist es eine Blickwinkelerweiterung für alle am Genesungsprozess beteiligten Personen.
Aus meiner eigentlich nicht heilbaren Krankheit der Schizophrenie wurde durch die Weiterbildung zum Genesungsbegleiter mir eine neue Berufung gegeben.
Erfolgsgeschichte eines Absolventen des 2. EX-IN Kurses in Essen
Im Jahr 2017/2018 absolvierte ich den EX-IN-Kurs in Essen. Die Ausbildung war für meinen weiteren beruflichen Weg von grundlegender Bedeutung und öffnete mir neue Perspektiven im Umgang mit meiner eigenen Erfahrung und in der professionellen Begleitung anderer Menschen.
Im Anschluss an die EX-IN-Qualifizierung setzte ich meinen akademischen Weg fort und schloss meinen Bachelor in Sport und Englisch ab. Darauf aufbauend begann ich den Masterstudiengang Sportwissenschaft, in dem ich mich aktuell im Schreibprozess der Masterarbeit befinde. Diese beschäftigt sich mit der Bedeutung von Bewegung für Menschen mit psychotischen Erfahrungen, einem Themenfeld, das stark von meinen EX-IN-Erfahrungen inspiriert ist.
Parallel dazu engagierte ich mich ehrenamtlich in der Präventionsarbeit und war bei „Verrückt Na Und?“ in Schulen tätig. Dort konnte ich meine Expertise als Peer nutzen, um jungen Menschen psychische Gesundheit näherzubringen und Berührungsängste abzubauen.
Derzeit bin ich als Peer-Mitarbeiter in Wien tätig und setze mich dort für eine recovery-orientierte, erfahrungsbasierte Unterstützung von Menschen mit psychischen Krisenerfahrungen ein. Die Erfahrungen aus der EX-IN-Ausbildung bilden dabei nach wie vor das Fundament meiner professionellen Haltung.
Aktuell orientiere ich mich zudem beruflich weiter und bewerbe mich für eine wissenschaftliche Forschungsstelle, die sich mit der ethnografischen Untersuchung von Peer-Arbeit im deutschsprachigen Raum befasst. Mein Ziel ist es, die Bedeutung und Wirksamkeit von Peer-Unterstützung auch im akademischen und forschungsbezogenen Kontext weiter sichtbar zu machen.
Die EX-IN-Ausbildung war für mich nicht nur ein Einstieg, sondern ein Wegbereiter für vielfältige Engagementmöglichkeiten sowie eine nachhaltige berufliche Perspektive im psychosozialen Bereich.
Erfolgsgeschichte einer Absolventin des 10. EX-IN Kurses Münster.
Erfolgsgeschichte eines Absolventen des 12. EX-IN Kurses Münster.
Mein Weg mit EX-IN - mein Weg zu der Ausbildung als EX-IN-Genesungsbegleiter hat wie bei fast allen eine Vorgeschichte. Ich bin
heute 61 Jahre alt und lebe in Essen.
Durch ein Trauma als kleiner Junge und eine daraus folgende Suchterkrankung mit all ihren Nebenwirkungen und Schauplätzen konnte ich es im Alter von 32 Jahren schaffen, den Konsum mit Hilfe einer Selbsthilfegruppe zu beenden. Bis heute.
Auf diesem Weg wurde ich begleitet von einer ständigen Suche nach einer Konstante, nach Erfüllung und Sinnhaftigkeit. Neben diversen Minijobs und einer unterstützten Selbständigkeit im handwerklich/künstlerisch-kreativen Bereich machte ich eine dreieinhalbjährige wöchentliche ambulante Therapie. Später wurde ich lange durch eine Praxis begleitet.
Durch einen Freund, der auch die Ausbildung bei EX-IN Lebensart in Münster gemacht hat, wurde ich 2021 das erste Mal darauf aufmerksam. Nach der ersten Bewerbung wurde klar, dass ich eine anstehende Operation erst machen sollte, um meine Kapazitäten nicht zu überlasten. Eine weise Entscheidung, die mir die Kursleiterin, Frau Tönnes, ans Herz gelegt hatte. Nach kompletter Heilung und Reha bewarb ich mich erneut und wurde auch angenommen. Der Weg durch das Jobcenter wurde mir erleichtert durch eine vorherige Eigenrecherche zur Ausbildung und dadurch, dass ich eigenes Bemühen an den Tag legen konnte. Auch konnte ich wirksam nahelegen, dass die Teilnehmer in der Regel ihre Stellen aufgrund der Praktikumszeiten bekommen.
2023 bis 2024 machte ich dann erfolgreich meine Ausbildung in Münster und – wie vorhergesagt – bekam ich bei meiner zweiten Praktikumsstelle, einer besonderen Wohnform für Suchtkranke mit Doppeldiagnose, auch eine Festanstellung. Es ist heute nicht nur so, dass ich mich bei dieser Stelle jeden Tag mehr angekommen fühle, ich bin auch unabhängig von staatlichen Zuwendungen geworden.
Daneben ist es in der Arbeit – die sich neben der Alltagsbegleitung bei schwierigen Aufgaben bis zur Freizeitgestaltung und dem Durchführen von suchtspezifischen Gruppen erstreckt – eine unglaubliche Bereicherung zu spüren, dass die eigene Erfahrung im Umgang mit Krisen für andere einen Wert darstellt und anderen auf dem Weg daraus helfen kann.
Erfolgsgeschichte einer Absolventin des 6. EX-IN Kurses in Köln.
10 Jahre Vollzeit mit sehr guter Bezahlung gehabt. In den 10 Jahren habe ich eine Weiterbildung zur Systemischen Therapeutin. Mein EX-IN
Zertifikat hat darauf großen Einfluss gehabt. Jetzt gerade mache ich eine 3 Jahre Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin.
Erfolgsgeschichte eines Absolventen des 11. EX-IN Kurses in Köln.
Ich habe vor 4 Jahren mit Unterstützung eines Bildungsgutscheins die Fortbildung zum Genesungsbegleiter absolviert.
Erfolgsgeschichte einer Absolventin des 11. EX-IN Kurses in Münster.
Schon seit meiner Jugend habe ich intensive psychische Belastungen und Krisenzeiten
erlebt, die meinen beruflichen Weg immer wieder beeinflusst haben. Lange wurde diese
Erfahrung eher als Defizit gesehen. Erst durch die EX-IN Qualifizierung wurde sichtbar, dassdaraus eine Ressource entstehen kann – und eine berufliche Perspektive, die wirklich zu mir passt.
EX-IN war für mich der Wendepunkt. Ich lernte, mich fachlich abzugrenzen, meine Rolle klar zu verstehen und mein Wissen strukturiert und professionell einzusetzen.
Aus beiden Praktika ergaben sich Jobangebote. Ziemlich direkt nach Abschluss der Qualifizierung konnte ich in meinen heutigen Beruf als Genesungsbegleiterin starten.
Seitdem arbeite ich seit drei Jahren unbefristet in Teilzeit in der psychiatrischen Versorgung. Meine Aufgaben umfassen:
● das Einbringen der Peer-Perspektive vor allem in Einzelkontakten
● die Leitung einer peerorientierten IWS-Gruppe (In Würde zu sich stehen), in der
Offenlegungsentscheidungen rund um psychische Krisen sowie Entstigmatisierung
thematisiert werden
● die Förderung von Orientierung, Teilhabe und Selbstwirksamkeit
● das Einbringen der Peer-Perspektive in multiprofessionellen Teamsitzungen,
Besprechungen und Absprachen
Parallel engagiere ich mich für Entstigmatisierung und Aufklärung.
Ohne die Finanzierung durch das Jobcenter wäre dieser Weg nicht möglich gewesen. Die
EX-IN Qualifizierung hat mir nicht nur den beruflichen Wiedereinstieg ermöglicht, sonderneine dauerhafte und wirksame Integration geschaffen.
Erfolgsgeschichte einer Absolventin des 2. EX-IN Kurses in Essen.
Ich bin Absolventin des EX-IN Kurses Essen 2.
Da ich berentet war und somit sich kein Kostenträger dafür zuständig fühlte, habe ich die Weiterbildung zum Teil selbst bezahlt, zum Teil konnte ich glücklicherweise auf die Hilfe einer Stiftung
zurückgreifen. Ohne diese private Stiftung wäre es mir nicht möglich gewesen!
Von Seiten der Arbeitsagentur wurde mir vor der Berentung gesagt, dass selbst psychisch erkrankte Menschen nicht in sozialen Berufen arbeiten sollen und sie daher auch keine Umschulung in diesen Bereich zahlen würden.
Während der Ausbildung wusste ich mit jedem Tag: hier habe ich Potential! Hier kann ich meine Talente und Begabungen einbringen.
Zu dieser Zeit war die EX-IN-Weiterbildung / das Berufsbild am Niederrhein noch sehr unbekannt und ich musste mit sehr viel Engagement mir meine Praktikumsplätze sichern.
Nach der Weiterbildung habe ich mich initiativ beim ambulant betreuten Wohnen beworben und sofort eine Zusage erhalten.
Aufgrund eines Umzuges bewarb ich mich 2019 ebenfalls initiativ beim LWL-Klinikum Hemer und habe dort seitdem eine unbefristete Stelle.
Beim Stundenumfang meiner Tätigkeit wurde mir quasi alles möglich gemacht, ich hätte in Voll- oder Teilzeit arbeiten können, aktuell arbeite ich in Teilzeit.
Ich erlebe große Wertschätzung meiner Arbeit auf sämtlichen Ebenen innerhalb der Klinik.
Mir werden Weiterbildungen ermöglicht, ich bin ein gleichwertiges Mitglied des therapeutischen/pflegerischen Teams, konzeptiere und leite Gruppen, ich begleite Patienten in Einzelkontakten sowohl
ambulant und stationär, ich bilde meine Kollegen fort und noch vieles mehr.
Und Nein, dabei geht es nicht um Ego-Pushing damit der Ex-Patient sich wertig fühlt, da geht es sehr um Wissen und Selbst-Verständnis von psychischen Krisen und die
professionelle (!) Aufarbeitung und Umsetzung dieses Wissen im therapeutischen/pflegerischen Team, damit es eine moderne, am Patienten orientierte Behandlung geben kann.
Damit Menschen genesen können und wieder am Leben und der Gesellschaft teilhaben können!
(Und für die Volkswirtschafter: Gesunde Menschen können langfristig ihre Begabungen und Talente in ihre Erwerbsarbeit einbringen, zahlen damit Steuern und tragen damit auch unser Sozialsystem!)
Die Arbeit ist für mich nicht nur Erwerbstätigkeit sondern meine Passion. Sie kostet mich - im Gegensatz zum Fahrtweg - keine Kraft, sondern gibt mir Kraft, Freude und
Sinn.
Und das fördert psychische und physische Gesundheit und Genesung!
Nur weil das Berufsbild noch nicht überall bekannt ist, ist es doch kein Grund diese Qualifizierung nicht zu ermöglichen, denn in der Personalbedarfsplanung stehen sie eindeutig drin! Woher sollen die GBs kommen, wenn keiner die Ausbildung bezahlt?
Erfolgsgeschichte eines Absolventen des 7. EX-IN Kurses in Münster
Ich arbeite seit April 2019 erfolgreich als Genesungsbegleiter – zunächst im AWO Psychiatriezentrum in Königslutter und seit November 2022 in der Uniklinik Münster
Wenn das so nicht ausreicht, kann ich dir gerne eine genauere Beschreibung meiner Tätigkeiten in beiden Kliniken zuschicken.
Erfolgsgeschichte einer Absolventin des 7. EX-IN Kurses in Münster
Erfolgsgeschichte einer Absolventin des 4. EX-IN Kurses in Essen
Erfolgsgeschichte einer Absolventin des 15. EX-IN Kurs in Köln
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